Rollentausch mit Folgen

Die Tiere lebten eine ganze Weile im Räuberhaus und jeder machte das was er am besten konnte – der Hahn saß auf dem Dach herum und krähte, der Esel stand auf der Wiese vor dem Haus und graste, die Katze sprang im hohen Gras umher und jagte ein paar Mäuse und der Hund lief um das Haus herum und verteidigte sein Revier.

Eines Tages, als die Tiere so ihren täglichen Tätigkeiten nachgingen, hatte der Hund einen Einfall. “Ist es euch nicht auch schrecklich langweilig?”, frage er. Die anderen Tiere stimmten ihm zu. “Jeden Tag machen wir das gleiche.”, meinte der Esel. “Es wäre doch spannend, wenn wir die Rollen tauschen würden.”, fuhr der Hund fort.

So wollten sie es machen: Sie losten aus, wer welche Rolle bekommen sollte. Der Hund sollte die Rolle des Hahn übernehmen und dieser die des Hundes und die Katze die Rolle des Esels und dieser die der Katze.

Der Hund kletterte auf das Dach des Räuberhauses. Himmel Angst wurde es ihm bei der schwindelerregenden Höhe. Er balancierte auf dem Dachfirst entlang und bellte aus vollem Halse. Plötzlich rutschte er ab, konnte sich nicht halten, purzelte vom Dach, schlug am Boden auf und war sofort tot.

Der Hahn, der die Rolle des Hundes inne hatte, lief aufgeregt um das Haus herum. Schnüffelte an jeder Ecke und versuchte aufmerksam alles zu beobachten und vom Grundstück zu vertreiben. Er lief mit flatternden Flügeln herum, Runde um Runde. Plötzlich fuhr ihm ein Schlag ins Herz und er brach vor Erschöpfung tot zusammen.

Die Katze stand im Garten und graste. Sie hatte den halben Tag schon Mengen an Gras in sich hineingefressen, so wie es der Esel eben jeden Tag machte. Ihr Bauch war dick und aufgebläht und der Katze war es unglaublich schlecht. Auf einmal tat es einen lauten Knall und die dicke aufgeblähte Katze zerriss es in tausend Stücke.

Der Esel sprang durchs hohe Gras und jagte Mäuse, wie es die Katze gewöhnlich machte. Er lauerte mucksmäuschenstill auf die Maus, sprang in hohem Bogen darauf zu und trat mit einem Bein in ein Mäuseloch. Er stolperte, überschlug sich und brach sich das Genick.

Und die Moral von der Geschicht: Vertrau immer auf das, was du kannst und was du bist und versuche nicht in Rollen zu schlüpfen, denen du niemals gerecht werden kannst.

2 Kommentare

  1. H. Tiede

    Kein schönes Ende aber lehrreich für klein und groß. Über die Folgen eines Rollentauschs,sollte man doch lieber gründlich nachdenken!!!

  2. Sonnenschein

    Ich finde die Katze schön 😉

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