Die Rückkehr der Räuber

Nun lebten die vier Freunde zufrieden in ihrem Haus im Wald, nur ab und an wanderten sie nach Bremen, um als Stadtmusikanten so viel zu verdienen, dass sie immer genug zu essen hatten.

Übers Jahr klopfte es eines Abends an der Tür.
»Wer mag das sein, zu dieser späten Stunde?«, wunderten sich die Tiere.
Der Hund, der tapferste der vier, ging zu Tür und öffnete sie. Wie war er erschrocken, als er drei Räuber vor sich erblickte. Doch jämmerlich waren sie anzusehen, eingefallen die Wangen, zerlumpt die Kleider, müde der Blick.
»Was wollt ihr?«, fragte streng der Esel, der auch zur Tür getreten war, und klopfte mit dem Huf.
»Was sucht ihr?«, fragte knurrend der Hund, indem er seine Zähne zeigte.
»Was …. ?«, fragte fauchend die Katze und fuhr ihre Krallen aus.
»Kikeriki!«, schrie der Hahn und schärfte seinen Schnabel.
»Ach«, klagten die Räuber. »Als wir unser Haus verlassen mussten, war´s vorbei mit der Räuberei. Ihr habt uns so erschreckt, dass wir es nicht mehr wagten, andere zu überfallen und auszurauben.
Aber ehrsam konnten wir auch nicht werden. Wer nimmt schon alte, ehemalige Räuber in seine Dienste? Nirgends fanden wir Arbeit, um ehrlich unser Brot zu verdienen. Hunger und Kälte sind nun unsere ständigen Begleiter. Wir tun alles für einen Bissen Brot und ein Dach über dem Kopf.«
Und dann begannen sie jämmerlich zu weinen.

Die Tiere bekamen Mitleid mit den Räubern und luden sie ein, am Tisch eine warme Suppe zu essen. Während diese laut die warme Mahlzeit schlürften, berieten die vier Bremer Stadtmusikanten, was zu tun sei. Nach dem Essen verkündeten sie:
»Wir haben beschlossen, dass ihr bei uns bleiben und die Hütte mit uns teilen dürft. Aber jeder von euch muss ein Instrument erlernen, damit wir uns gemeinsam das Essen als Musikanten verdienen können.«
Die Räuber waren sogleich einverstanden. Doch dann sahen sie einander an:
»Wir haben aber keine Instrumente«, klagten sie, »und können uns auch keine leisten«
»Deswegen«, lachten die Musikanten, »müsst ihr euch keine Sorgen machen. Instrumente haben wir genug, seht euch einfach um!«
Da freuten sich die Räuber und begannen auf der Stelle mit Kochlöffeln, Topfdeckeln und einem Waschbrett zu üben. Und siehe da, sie machten ihre Sache bald so gut, dass sie die Bremer Stadtmuskanten begleiten durften.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann musizieren sie noch heute vor dem Rathaus in Bremen.

1 Kommentar

  1. Rühmut Hofer-Giesinger

    Ende gut – alles gut!

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