Der Weg nach Hamburg

Ein paar Wochen sind nun schon vergangen und die Bremer Stadtmusikanten amüsierten sich prächtig in Ihrer neuen Unterkunft.
Die Katze schlief , der Hund kochte , der Esel graste und der Hahn schrie fröhlich „ kickerickiiiiiii“.
Am Abend saßen alle zusammen am Feuer und musizierten bis in die frühen Morgenstunden.

„ Schnuuuuuur, wär hätte gedacht das wir es in unserem Leben noch einmal soooooo schön haben werden“ hauchte die Katze und purtzelte ins Bett .

Am nächsten Morgen
„Kickerickiiiiiiiiii“, schreit der Hahn aus vollem Leib.
„ Kickerickiiiiiiiiii, aufgestanden Ihr Faulpelze, ich muss euch etwas wichtiges mitteilen “.

„Mein Gott Hahn, was ist denn nur los, es ist doch noch sooooo füh“ bellte der Hund .

Totmüde begaben sich alle Tiere an den Frühstückstisch .
„ Meine lieben Freunde, wir rasten nun schon einige Zeit und haben dabei unser Ziel vergessen,
Speis und Trank gehen uns bald aus “

Alle nicken betrübt.
„Heut Morgen traf ich meine alte Freundin , die Hanseviertel Taube auf der Durchreise.
Sie würde uns den Weg bis Hamburg begleiten und wir hätten dort auch ein warmes Plätzchen zum schlafen “.
Ja, so sollte es sein.

Es waren sich alle einig.
So packten die Freunde ihre 7 Sachen und folgten der Taube, die fröhlich gurrend voranflog.

Nun waren die Bremer Stadtmusikanten schon Stunden unterwegs und auch die alte Hanseviertel Taube war zu schwach zum weiter fliegen .
„Kommt , wir machen erstmal eine kleine Pause“, schnaufte der Esel.

Zustimmend setzten sich alle an den Straßenrand und aßen und tranken ihre letzten Vorräte und es dauerte nicht lang bis dann auch der letzte vor Erschöpfung einschlief.

„Moin Moin !“ Tönte es mit einem Mal und unsere kuriose Truppe sprang vor erschrecken auf.
Vor Ihnen stand ein alter Mann mit Bart und ärmlicher Bekleidung, mit dabei hatte er nur einen kleinen Ziehwagen .

„ Was machen denn ein Hund, ein Esel ,eine Katze und ein Hahn hier zusammen am Straßenrand ?
Und eine Taube ?“

Er lächelte . Die Freunde berichteten dem alten Mann von Ihrer Geschichte .

„Ich werde euch helfen“
Sagte er , ließ die Schwachen in seinen Wagen einsteigen und zog ihn zusammen mit dem Esel bis in die Hamburger Innenstadt.

Der alte Mann brachte die Tiere in seine bescheidene Behausung, ein kleines Zimmer und nur sperrlich eingerichtet. „ Ruht euch eine wenig aus bis, ihr seid herzlich willkommen.“
„Tausend Dank lieber Herr für die Mühe und die Unterkunft, wie können wir das je wieder gut machen ? „

Fragte die Katze und putzte sich ihr Fell. Doch der alte Mann wollte nichts, er erfreute sich daran den Tieren ein wenig auf ihrer Reise beistehen zu können. Und in seinem kleinen Reich war seid langer Zeit endlich ein bisschen Leben und Trubel.

„ Also Ihr Lieben ruht euch so lang aus wie ihr möchtet, ich werde mich nun meiner Arbeit widmen müssen. Lasst es euch gut gehen und bis zum nächsten Mal“ sagte er und ging aus der Tür. Die Bremer Stadtmusikanten  schauten sich traurig an .

„ Wie schade das er einfach weg ist, wir wollten uns doch noch bei ihm bedanken“ jauelte der Hund. „ Erstmal müssen wir unsere liebe Taube sicher ins Hanseviertel begleiten “ schnaufte der Esel und so ging es wieder auf die Füße, auf den Weg ins Hanseviertel.

„Wie schööööööööön“ schrie der Hahn. Völlig begeistert liefen die Tiere durch die kleine wunderschöne Passage und brachten die Taube zurück zu ihrer Familie. Die Katze miaute „Vielen Dank meine liebe Freundin, das du uns so schön begleitet hast,

wir hoffen das wir uns ganz bald einmal wiedersehen“ Alle umarmten und verabschiedeten sich bis der der Hahn aus vollem Halse schrie : „Kickerickiiiiiiiiiiiiii, kickerickiiiiiiiiiii, seht nur meine Freunde , seht dort unseren Helfer“

Tatsächlich.

Wie es der Zufall oder das Schicksal wollte sahen sie ihren alten Freund vor dem Hanseviertel an einem kleinen Verkaufsstand mit belegten Broten und Brötchen. Keiner der Besucher blieb stehen. Die Tiere liefen los und freuten sich ihrem Retter nun doch noch einmal Danke sagen zu können bevor es weiter Richtung Bremen gehen sollte. Wie unsere Gruppe ,freute sich der Mann ebenfalls über die Begegnung, doch es war ihm anzumerken das es ihm nicht gut ging. „Wisst ihr“ sagte er „ es ist nicht leicht, keiner kauft meine Brötchen und wenn es so weitergeht werde ich wohl mein Zimmer aufgeben müssen.“

Der Esel schnaufte „Du hast uns so geholfen lieber Freund, nun ist es an uns dir zu helfen.“ Alle nickten und wussten sofort was der Esel meinte. Plötzlich fingen die Glocken des Hanseviertels an zu spielen, das taten sie immer zur vollen Stunde. Die Katze miaute zur Melodie und langsam stiegen alle mit ein. Die Leute blieben stehen und wussten nicht so recht was es damit auf sich hatte. Doch die Tiere ließen sich nicht beirren und spielten und sangen ein Lied nach dem anderen . Nun kamen immer mehr Besucher dazu und tanzten zur Musik.

Eine ältere Dame kam auf sie zu und schmiss fröhlich ein wenig Kleingeld auf den Boden vor die Musikanten. Daran nahmen sich die Zuhörer ein Beispiel und es klimperte und klimperte. Nachdem alle Lieder gespielt und alle Füße plattgetanzt waren sammelten unsere Tiere das Geld ein und brachten es ihrem lieben Retter. Er hatte Tränen in den Augen, mit diesem Geld würde er sein Zimmer behalten können. Nun war es aber endgültig soweit Abschied zu nehmen, aber kein Abschied für immer.

„ Auf Wiedersehen“ Riefen alle im Chor und los ging es weiter Richtung Bremen.

3 Kommentare

  1. anna hatschka

    Die vier sind in Bremen gut angekommen,hab sie schon gesehen bei meiner Reise mit Stadtführung in Bremen.Wenn ich meinen Trollbeadshahn anschaue erinnert er mich immer , an die Bremer Stadtmusikanten.

  2. anna hatschka

    Stadtbesichtigung in Bremen

  3. H. Tiede

    Ein schöner Zwischenreisebericht, es könnte eine Fortsetzung folgen…..

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